FRONTPAGE

«Leonardo da Vinci: (1452 – 1519) Painter at the Court of Milan»

Von Julieta Schildknecht

Am 9. November 2011 wurde in der National Gallery, London eine ausserordentliche Ausstellung über Leonardo da Vinci unter dem Titel «Painter at the Court of Milan» eröffnet, die noch bis 5. Februar 2012 zu sehen ist. Die Leute strömen in die Ausstellung des Jahrhunderts.

 

Leonardo da Vinci als Hofmaler in Mailand

 

Leonardo da Vinci wird erstmals als Hofmaler vorgestellt, bis jetzt wurde sein Schaffen aus den fünfzehn Jahren, als er in Mailand für Herzog Ludovico Sforza arbeitete, noch nie gezeigt. Leonardo da Vinci, Wissenschaftler, Konstrukteur, Philosoph und Erfinder, wird von Kurator Luke Syson während eines Zeitraums präsentiert, als er unbekannt nach Mailand kam und sich einen Namen bis zum Mythos Leonardo machte.

 

Die Wände der Ausstellung sind in Grau und in Erdtönen gehalten, damit das Licht und die Gemälde stärker zur Geltung kommen.

Beim Durchgang durch die Gallery hat man fast das Gefühl, dass die gemalten Subjekte jede Minute auf einen zukommen und fast aus den Bildern springen, so lebensecht sind die Bildnisse. Man hört, wie die Betrachtenden atemlos nichts anderes sagen können als:… «nach so vielen Jahren immer noch bewundernswert».

 

Als Erfinder der «Sfumato»-Technik malte Leonardo da Vinci verschiedene Schichten übereinander, um später Teile abzuschmirgeln und die Schönheit der Konturen zu betonen. Der Künstler versuchte mit seiner Maltechnik in die Nähe einer ‚göttlichen Sphäre’ zu kommen, er verfolgte auch Platon’s mathemathische Perfektion.

Hoch empfehlenswert sind ebenfalls Leonardo da Vinci’s Zeichnungen, die er obsessiv als Studie für seine Werke anfertigte. Einige Gemälde werden mit ihren Studien dargestellt, wie zum Beispiel the virgin of the rocks oder the last supper,parallel mit ‚the last supper’ von Giovanni Pietro Rizzoli.

 

Einige Werke wie the virgin and child with saint anne and the infant saint john the baptist, die nicht fertig gemalt wurden, sind ebenfalls ausgestellt. Leonardo da Vinci gelang es mitunter nicht, seine Aufträge abzuschliessen und dafür bezahlt zu werden. Kriegswirren hatten einen grossen Einfluss, es ging ums schiere Überleben.

Er reist aus Florenz nach Mailand, wird dort als grosser Künstler bekannt, zieht jedoch weiter nach Frankreich, als Louis XII., seinen Auftraggeber Ludovico el moro, im Krieg um 1500 besiegt. Leonardo da Vinci malt weiter, bis er nicht mehr malen kann, seine linke Hand ist gelähmt, und der Künstler wird fortan vom französischen König unterstützt.

 

Im Juli 2011 wurde bekannt, dass der Kurator Luke Syson sich von der National Gallery verabschieden und ab Januar 2012 am Metropolitan Museum of Art als Kurator tätig sein wird.

 

3 Fragen an Kurator Luke Syson:

Now that the Leonardo da Vinci exhibition is set, are you excited with the new challenges you will embrace at the Metropolitan Museum of Art in New York and which curating changes will you be able to implement due to your intense National Gallery engagement ?

I’m very excited. I’ll be going back to working with three-dimensional works of art, pieces which by their nature provoke a very different set of intellectual questions from pictures. In some ways, after Leonardo, it will be wonderful to start thinking about how to explain and celebrate categories of art that are less familiar to a wide public.

 

 

Which exhibition would be an exhibition of your dreams ?

Donatello and his impact.

 

What personal advices could you give to art history students willing to become good curators?

Use the works of art themselves as the starting point of any academic investigations you may undertake – and above look hard and widely.

 

 

«For museums to ride out cuts and broaden their appeal they must engage with the public emotionally as well as intellectually». Luke Syson.

 

(Luke Syson, aus «museums should appeal to the heart», The Guardian.co.uk, 28. Juni 2010)

 

 

Vom Konzept zur Eröffnung

 

Mit dem Assistenten Per Rumberg des Kurators Luke Syson konnte ich über die spannende Realisierung der ‚Ausstellung des Jahrhunderts’ sprechen.

In einem Zeitraum von fünf Jahren vom Ausstellungskonzept bis zur Eröffnung gab es viele Vorbereitungen zu treffen. Mit der Unterstützung von Credit Suisse konnte das Museum einige wichtige Leihgaben aus anderen europäischen Ländern (Frankreich, Italien, Russland) nach England transportieren. Die Verhandlungen dauerten lange. Die bürokratische Vorbereitung ist ja kein unerheblicher Teil und recht zeitraubend, verschiedene Dokumente, wie zum Beispiel, die Provenienz der Kunstwerke und wann sie erworben wurden, in den 30er bis 40er Jahren, mussten bestätigt werden, wie auch die Kooperationen zwischen den Museen, die Versicherungen erreichten astronomische Zahlen. Königin Elisabeth II. spielte übrigens eine entscheidende Rolle bei der Ausstellung, über dreissig Leonardo da Vinci’s Zeichnungen aus ihrer Privatsammlung können gezeigt werden. Die Königin gilt als eine der grössten Sammlerinnen Leonardo da Vinci’s. Es wird mir auch bestätigt, dass sie jedoch keinen Leonardo da Vinci-Codex besitzt…

 

 

http://www.nationalgallery.org.uk

 

 

«Leonardo da Vinci: Painter at the Court of Milan»

is the most complete display of Leonardo’s rare surviving paintings ever held. This unprecedented exhibition – the first of its kind anywhere in the world – brings together sensational international loans never before seen in the UK.

 

While numerous exhibitions have looked at Leonardo da Vinci as an inventor, scientist or draughtsman, this is the first to be dedicated to his aims and techniques as a painter. Inspired by the recently restored National Gallery painting, The Virgin of the Rocks, this exhibition focuses on Leonardo as an artist. In particular it concentrates on the work he produced as court painter to Duke Lodovico Sforza in Milan in the late 1480s and 1490s.

 

As a painter, Leonardo aimed to convince viewers of the reality of what they were seeing while still aspiring to create ideals of beauty – particularly in his exquisite portraits – and, in his religious works, to convey a sense of awe-inspiring mystery.

Featuring the finest paintings and drawings by Leonardo and his followers, the exhibition examines Leonardo’s pursuit for perfection in his representation of the human form.  Works on display include ‘La Belle Ferronière’ (Musée du Louvre, Paris), the ‘Madonna Litta’ (Hermitage, Saint Petersburg) and ‘Saint Jerome’ (Pinacoteca Vaticana, Rome).

The two versions of Leonardo’s ‘Virgin of the Rocks’ – belonging to the National Gallery and the Louvre – will also be shown together for the first time. Find out more about the two paintings.

The final part of the exhibition features a near-contemporary, full-scale copy of Leonardo’s famous ‘Last Supper’, on loan from the Royal Academy. Seen alongside all the surviving preparatory drawings made by Leonardo for the ‘Last Supper’, visitors will discover how such a large-scale painting was designed and executed.

 

Audio guide

Download the exhibition guide [PDF 610kb – opens in a new window]

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