FRONTPAGE

«Meine Doppelgängerin – die doppelte Identität»

Von Ingrid Isermann

Nicola Costantino, 1964 in Rosario, Argentinien geboren, ist eine der aufregendsten Kunstschaffenden Südamerikas. Die Daros Latinamerica Collection zeigt 25 Werke in der Gastausstellung im Migros-Museum bei Hubertus Exhibition. Verfremdete Menschen- und Tierkörper sowie die Künstlerin selbst, die sich als Double fotografisch reflektiert und als werdende und frischgebackene Mutter inszeniert, stehen im Mittelpunkt der monografischen Ausstellung.

 

Grossformatige Fotografien mit ihrer wächsernen Doppelgängerin, eine Nachstellung der berühmten «Zwillinge» der Fotografin Diane Arbus, mit dem Unterton latenter Bedrohung, konsumkritische Tierkadaver- Assemblagen, Accessoires wie Handtaschen und Damenschuhe aus Leder, bei näherem Hinsehen sind es Haut- Imitate(«High heel shoes with nipples», 2000), siehe Frontpage, und ihre ironischen Couture-Modelle persiflieren die Modewelt der eleganten Fashion und des Prêt-à-Porter. Suspense und hautnahe Doppeldeutigkeiten gehören zum Werk Nicola Costantinos.
An der Vernissage im Hubertus herrscht reges Treiben, durch die Menge wuselt ein eineinhalbjähriger Blondschopf, rudert herum, bis er im Stimmengewirr seine Mama gefunden hat, die den lautstark sich bemerkbar machenden kleinen Despoten auf den Arm nimmt. Es ist Nicola Costantino, umgeben von einer Traube von Menschen, die Fragen zu den Irritationen der Artefakte, Accessoires, Objekte, Fotografien, Installationen und Videos haben. An ein Gespräch ist jetzt nicht zu denken, wir verabreden uns für den nächsten Tag im Hotel Helmhaus in der Zürcher Altstadt.
Mir gegenüber sitzt eine schmale, feingliedrige Frau, deren grosse dunkle Augen das Gesicht beherrschen. Morgen müsse sie schon nach Köln an die nächste Ausstellung reisen: «Radical Shift» im Museum Schloss Morsbroich, radikale Polit-Kunst mit 14 argentinischen Künstlern, wie sie die politischen Wirren in ihrem Land verarbeitet haben.
Nicola Costantino, was hat Sie zu dem Motiv der Doppelgängerin inspiriert? Studierten Sie Freud und Jung?

Es waren persönliche Gründe, als Fotografin war ich immer selbst das Subjekt meiner Fotos…und als ich versuchte, schwanger zu werden, ich wollte Mutter werden, hatte ich die normalen Ängste einer Schwangerschaft, auf mich allein gestellt, – und ich musste für meine Arbeit nebenbei auch einige Verpflichtungen einhalten. Deshalb wollte ich das alles in meine Arbeit integrieren, als Motiv für meine Fotografie.
Mir gefiel diese Idee, wie eine Metapher – eine Singlefrau als Mutter, die sich gleichzeitig duplizieren und alle Anstrengungen verdoppeln muss, mit vier Armen und doppelt soviel Arbeit…
…eine schöne Metapher dafür, Dinge nicht allein bewältigen zu müssen und die Gesellschaft eines Doubles zu haben. Später dachte ich über die Story nach, wie es war, als ich die Idee hatte, – ich fertigte das Double mit aller Sorgfalt an und versuchte es so perfekt zu machen wie es geht – aber die Realität war dann eine andere.
Denn das Double hatte einen grossen Mangel, es fehlte ihr die Lebendigkeit, sie sah zwar genauso aus wie ich, aber sie war so leblos, das bedrohte und erschreckte mich etwas… Und als mein Baby geboren war, hatte ich gemischte Gefühle und wollte nicht, dass mein Baby das Double als doppelte Mutter wahrnimmt, und so fasste ich den Entschluss, sie zu zerstören…
Das Ende der Geschichte ist, dass ich sie die Treppen hinunterstiess und sie in Stücke zerbrach…
Sie können es in meinem Video sehen – und die Story überprüfen… es ist auf youtube trailer nicola costantino 2010.
War es Ihr Wunsch, wollten Sie unbedingt ein Kind?
Ja, ich wollte schwanger werden, es war meine Entscheidung, ich kontaktierte eine Spermabank und erhielt einige Behandlungen, Inseminationen und in-vitros…
War es schwierig?
Ja schon, es war schwierig, es zu tun… Auf meiner Website sehen Sie die ganze Story, die Fotos sind Stills meiner Movies, the Szenen werden im Video gezeigt…
Zwei Körper – eine Seele – fühlten Sie sich manchmal auch so? Kann man sich hinter der Doppelgängerin verstecken oder jemand anderes sein? Ein Zitat aus Goethe’s „Faust“ „zwei Seelen wohnen ach! in meiner Brust“, es gibt Filme über dieses Thema, ein anderer im Denken oder in der Realität zu sein, ein Spiel mit Identitäten…
Ja, es gibt eine Menge Literatur zu diesem Thema, Filme wie beispielsweise von Kieslowski‚ La double vie de Véronique’. Ich stellte darüber ausführliche Recherchen an, auch Abstecher in die Psychologie und fand aber nur wenige Arbeiten des Doppelgängers im Bereich der bildenden Kunst.
Für mich ist die Umsetzung, der Prozess mit dem Material, sehr wichtig, meine Stücke, Skulpturen, auch die Skulpturen von Tieren, meine Couturekleider, die ich mit der Ansicht einer menschlichen Haut versehe. Ich mache Abgüsse von menschlichen Körpern und stelle die synthetische menschliche Haut mit (männlichen) Brustwarzen her, die Produktion ist für mich sehr bedeutsam.
Welche Ausbildung haben Sie durchlaufen?
Ich besuchte die Kunsthochschule an der Universität, daneben interessierte ich mich für verschiedene Produktionsfelder, wie Polyester, Silikon, Abgüsse, Injizierungen…
Von Beginn weg war ich an diesen Dingen sehr interessiert; schon als ich noch sehr jung war, konnte ich mein Know-how über verschiedene technische Gebiete erweitern – ich hatte zwei Brüder und einen Schwager, die Ingenieure waren, und sie halfen mir sehr bei diesen Nachforschungen.
Ich war immer sehr unabhängig, wenn ich eine Produktion machen will, tue ich es selbst und brauche niemand dafür anzustellen. Ich habe festgestellt, dass viele Künstler kaum über ein Know-how verfügen, wie man Dinge produziert, technische Dinge…
Ich kann also meine Produktion kontrollieren und alles selbst herstellen.Ich verwendete diese Technik, Abdrücke von Tieren zu machen lange Jahre, und jetzt konnte ich meine Technik auch auf meinen eigenen Körper anwenden, ich war glücklich, mein Wissen als Skulpteurin mit der Photographie zu verbinden, es war die Verbindung meiner vorherigen Arbeit als Skulpteurin mit meinen neuen Interessen an Photographie und Video.
Ich mache Abdrucke von den interessanten Dingen und konnte mein Wissen und Know-how in die Skulpturen einbringen. Ich habe auch Abgüsse von Tieren gemacht und fühle mich sehr sicher in diesen Produktionen und Arbeitsprozessen, auch weil ich es allein bewältigen konnte, mit meinem eigenen Körper…
die Tierabgüsse kann ich technisch mit meinem Körper herstellen und die artifiziellen Künstlerwelten wechseln, in dieser Ausstellung sieht man die Tiere und die Videos…
Meine Einstellung ist, wenn ich Kunst präsentiere, keine ‚political correctness’ zu predigen…
… Sie versehen ihre Assemblagen und Environments gerne mit schwarzem Humor und mitunter auch makabrer Ironie…?
ja, sonst ist es kontraproduktiv…

Gab Ihnen die Doppelgängerin mehr Freiheit und hat Sie inspiriert?

In diesem Sinne sagte ich schon, die Schwangerschaft nicht allein durchstehen zu müssen in dieser neuen Situation,
niemand an der Seite zu haben, wie einen Kompagnon… es ist schwierig, durch alles allein zu gehen und die Lücke zu spüren…
… das ist der Moment, wo manche ihren Schutzengel anrufen……
das Unbekannte ist immer ein wenig unheimlich, aber man muss seiner Leidenschaft folgen… wenn es stark genug ist, muss man seinem Begehren vertrauen und der Intuition folgen und es auch tun. Dann werden die Ängste verschwinden, weil die Realität eintritt und sie ist verschieden.
Es ist zwar möglich zu projizieren, wie es wohl sein wird, und doch ist es so, dass sich meine Gefühle dem Double gegenüber veränderten… Ich hatte sie ein Jahr lang neben mir, aber nach der Schwangerschaft, als das Baby geboren war, und es langsam grösser wurde, waren meine Gefühle dem Double gegenüber anders, sodass ich mich dann entschloss, es zu zerstören.
Das ist der Lauf der Dinge, dass sie sich anders entwickeln als man meint…
… wenn man nichts ändert, ist man blockiert, die meisten Leute fürchten sich vor Veränderungen und können dann keine neuen Erfahrungen machen…
… wenn man das Gefühl hat, man muss eine andere Situation schaffen, aber wenn die Furcht so stark ist, dass diese Angst Veränderungen vermeidet, kann der Wechsel sehr schmerzhaft und stressig sein.
Das Ende der Geschichte der Doppelgängerin war eine schwierige Situation, ich hatte ambivalente Gefühle ihr gegenüber, aber ich wusste, ich muss sie loswerden…und sogar wenn es schmerzhaft und schwierig ist, ich wusste, ich muss es tun, also tue ich es!
Sie wurden in Buenos Aires geboren und haben italienische Vorfahren?
Ich wurde in Rosario geboren, der zweitgrössten Stadt Argentiniens mit dem grössten Anteil der italienischstämmigen
Bevölkerung ausserhalb Italiens. Ich zog nach Buenos Aires, als ich schon 30 Jahre alt war, ich blieb also lange in Rosario. Nach Buenos Aires zog ich um, weil ich da eine Tante hatte, die dort zu der Zeit der 80er- und 90er Jahre wohnte.
Hatten Sie von der Militärjunta gehört, von denen einige Mitglieder erst jetzt vor Gericht stehen und angeklagt sind, Kinder den Eltern weggenommen und diese ermordet zu haben? Die Babies wurden von anderen Leuten adoptiert, viele Kinder hatten keine Ahnung über ihre wahre Herkunft...
In Argentinien war ich mir zu jener Zeit nicht bewusst, was geschah, aber als die Demokratie eingeführt wurde, 1982/1983, war ich 18 Jahre alt und auf der Kunsthochschule, mein erstes Jahr war zugleich das erste Jahr der Demokratie, wo Dinge transparenter wurden.
Das war sehr prägend für mich, die Umgebung und die Atmosphäre waren politisch aufgeladen, neue Tutoren, neue Lehrer, alles änderte sich, junge Leute wurden wahrgenommen, es war ein Aufbruch, ein neuer Horizont… Ich fühlte mich in dieser neuen Umgebung und Gemeinschaft sehr wohl, sie entsprach meinen eigenen Gefühlen und Interessen, ich konnte mich in dieser Atmosphäre entwickeln.
Wusste man nichts von den Greueltaten der Junta?
Viele Leute wussten es… aber es kam immer auf die Familien an, wer darüber sprach… in meiner Familie sprach niemand über Politik, und es war verboten. Meine Eltern waren sehr besorgt, als ich die Kunsthochschule begann, meine Mutter fürchtete sich aus politischen Gründen, es gab keinen
Widerstand, kein Gespräch über das Regime, es war alles sehr schwierig, die ganze politische Umgebung. Ich focht Kämpfe aus mit meinen Eltern, sie haben mich auch nie ermutigt oder unterstützt für eine Kunstausbildung.
Was hätten Sie anstelle einer Künstlerin werden sollen?
Meine Mutter hatte eine Kleiderfabrik, sie stellte schöne Kleider her und sie wollte das Gleiche für mich, ich war ihre Designerin, und sie dachte, dass ich das Geschäft einmal übernehmen würde… Ich musste sehr stark sein, an meinem eigenen Weg festzuhalten.
Aber ich lernte all die Techniken der Schneiderei in ihrer Fabrik, alle meine Kleider machte ich selbst, das Nähen, und auch die menschliche Haut nachzubilden. Als ich mit der Produktion begann, konnte ich die bisherigen Erfahrungen anwenden, so ging es perfekt, die Kleider herzustellen, das machte ich, seit ich Teenager war.
Was sagt Ihre Mutter jetzt zu Ihren Werken?
Ich arbeitete wirklich hart, als ich 20 Jahre war, um gut zu sein, aber in den Augen meiner Mutter versagte ich, es brach ihr das Herz, als es mich zu der Kunst hinzog.
Kinder muss man ziehen lassen… ihren eigenen Weg akzeptieren…
… die Situation war schlimm… aber jetzt ist sie ganz zufrieden, vor noch nicht so langer Zeit meinte sie, dass ich eine seriöse Arbeit mache.
In Argentinien sind Sie sehr bekannt…
… meine Arbeit stösst auf Interesse hier, es ist eine gute Atmosphäre in Buenos Aires…Ja, ich fühlte mich immer wohl, hier zu arbeiten und zu produzieren, in Buenos Aires…
Aber die Lebenssituation ist chaotisch, sozial und ökonomisch, wir haben eine Inflation, es gibt Anlass zur Sorge… Aber was ich vor allem schätze an Argentinien, was mir hier gefällt, dass wir ein ausgeprägtes Bewusstsein für die Gemeinschaft haben… Jeder ist interessiert an politischen Themen und was im Umfeld geschieht, sei es in den Schulen, auf der Strasse, überall, man nimmt ein Taxi, und schon ist man mitten in einer Diskussion.
Was wird in nächster Zukunft passieren, wie sehen die Perspektiven für die Menschen aus?
Etwas, was wirklich ungut ist, wenn sich die Leute gleichgültig verhalten und sich nicht um die sozialen Verhältnisse kümmern, wie beispielsweise in Amerika, den Vereinigten Staaten, es ist so kühl. Argentinier sind gute Kämpfer.

Nicola Costantino, ganz herzlichen Dank für das freimütige Gespräch! Und alles Gute für Ihre Arbeit und Ihre private und berufliche Zukunft.

 

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Nicola Costantino Kunstvermittlung Workshops für Schulklassen aller Stufen artedu@daros-latinamerica.net Familenführungen für Kinder und Erwachsene 3. April 2011 Hubertus Exhibitions, Albisriederstrasse 199A, 8047 Zürich

www.hubertus-exhibitions.ch

Tram 3, Bus 72 oder 89 bis Haltestelle Hubertus www.daros-latinamerica.net Ausstellung 5. März – 15. Mai 2011.

 

 

 

 

 

Interview Nicola Costantino / Daros Collection Hubertus Exhibition Zurich

 

«My double identity«

 

Nicola Costantino, how did you come to the motive of the double sight –Der Doppelgänger – what inspired you to that? Did you study Freud and Jung?

There are my personal reasons, I was doing photography and I was always the subject of my photos…
And I was trying to get pregnant, I wanted to be a mother, so I was very worried because of the normal fears of the pregnancy, to be on my own, and also I had a lot of commitments of my career, so I thought I have to include that in my work, being the subject of my photos, I had this idea and was very happy about that, because it’s like a metaphor… a single woman who wants to be a mother has to duplicate herself and has to double the efforts, has to have four arms and work double…
I felt this was a very nice metaphor no facing this alone and having the company of my double, but then I thought in this story, how it was when I had the idea and I made the double with a lot of care, made her very pretty… but the reality was different, she always had the lack of life, looked like me which was threatening und frightening me a bit… and so when my baby was born, I had the mixed feeling, I did not want my baby to see her as a double mother and I took the decision of destroying her…
The end of the story is that I pushed her from the stairs and she broke in pieces…
You can see it in the video – you can check the story in the trailer Nicola Costantino on youtube…
Was it your wish, did you want the baby?
I had to do a lot of treatments, yes, I wanted it to get pregnant, it was my decision, alone, I had to do it with the Spermabank and I had to do some inseminations and in-vitros…
Was it difficult?
Yes, it was difficult to do it.
On the website you can see the story, the photos are the stills of the movies, the scenes are in the video…
Two bodies – one soul – do you feel like that yourself?
In Goethe’s Faust, “zwei Seelen wohnen ach! in meiner Brust”, “two souls are living in my chest”, this might mean the same? There are also films with this theme of being another, somebody else, either in thinking or real being, so called play with identities…
…yes, there is a lot literature about this subject, from Kieslowski ‘La double vie de Véronique’, well, all these things, I did a lot of research and was very interested in it, also in psychology, but I did not find much artist production on this matter… …what is very important to me is the materialization, my pieces, my sculptures, with animals, my clothing made with the human skin, I cast human bodies and make the synthetic human skin with nipples, so the manufacturing work is very important to me.

 

Which education did you pass?

I visited the High School of Art, the University, but also I did a lot of research in differentproductions fields like polyester, silicons, moulds, injections… I was very interested from the beginning, when I was very young, training me in different fields. I had two brothers, engineers and a brother-in-law and they helped me a lot in this investigation. I was very independent – if I want a production, I do it myself, I don’t have to hire someone else… I see many artists have a lack of knowledge how to produce things…technical things, I can control the production and everything on my own… My position is when I present my art, not to preach ‘political correctness’…

 

That’s not your kind of art, it’s your style in an ironic way with black humour…

yes, otherwise it is contradictory…

 

Does the double give you more freedom for yourself, thinking and thinking out other things does it inspire you? Is it also something like not to be alone in the forest…?

In that sense I told you, it’s like not to face the pregnany alone, the new situation, not having someone there with you, a campanion, it’s difficult to go through all this alone and feeling this gap…

 

…this is the moment where some people ask their guardian angel…

… well, the unknown is always a little bit scaring but you have to follow your desire…if it is so strong you have to trust your desire and follow and do it… And then all fears will disappear because the reality will be there and it will be different.. It is possible to know to make a projection how it will be and this is also how my feelings towards my double changed – because I had her for a year, but then after the pregnancy, after the baby was born and when he was like growing up, my feelings changed and I realized that towards the double, that’s when I decided to destroy her… so it’s how things are going on and are changing…

 

…if you don’t change, you got stuck, the most people have fears to change, to do something new, you cannot make any experience…

… when you feel you have to move to another situation and the fears are strong and resisting to avoid, change is sometimes very painful and stressing…

… the end of the story of the double is like a difficult position to me, I have contradictory feelings to my double but I know I have to get rid of her …

and even if it’s painful and difficult I know I have to do it…and I go and do it! That’s the final idea of the video…

I used the technique for many years casting animals and now I could apply my technique on my own body, I was happy to combine my knowledge as a sculpturist with photography, it was the reunion of my previous work as a sculpturist with my new interests in photography and video. I have always been doing the cast of animals, and I am very secure in these productions and processes and I was very happy to do it on my own body…with animals I do it with my own body changing in artist worlds, in this show you can see the animals and videos…

 

You were born in Buenos Aires, and your relatives came from Italy?

I was born in Rosario, the second big city of Argentina, with the greatest Italian community outside Italy. I moved to Buenos Aires when I was 30 years, I stayed long in Rosario… I moved to Buenos Aires because I had an aunt who was living there at that time, in the years of 1980 to 1990…

 

Have you been aware of all the stories about the Military Junta, now there are verdicts and criminal acts about it in the newspaper and some of them are accused now, to have taken children from their parents and families… that babies were taken und the parents were murdered… and the babies were adopted by other people, the children even didn’t know about that who they really were and came from…? What did you know about that?

… in Argentina, I was not aware at that time, but when democracy started, 1982, 1983, I was 18, 19 years old and at the Art School, my beginning was the first year of democracy, and it was very important to me, this environment, and the atmosphere was very political, new tutors and teachers, everything changed, young people became more important, so it was also very important to me, it was like a new horizon… and I felt that the environment and community was very close to my own feelings and interests, I fitted very well in that environment and I could develop myself…

 

Did nobody know?

Many people knew… but it depended on the families, in my family nobody talked about politics and it was also forbidden. My parents were so afraid when I started the Art School, my mother had many fears because of political reasons, no resisistance, not talking about the regime, it was difficult, the whole political environment. I had some fights with my parents, they never supported me for Art School.. What should you have done in their eyes? My mother had a clothing factory, made dresses, and she wanted me for that, I was her designer and she wanted me to take the business I had to be strong to keep my own wishes… But I learned all the technics in her factory, all my robes and when I made the skin the human skin and the clothing, I made all by myself, the sewing, when I started producing works what I knew better so I did it perfectly well to make that clothing since I was a teenager…

 

What does she say now? …

I was working very hard when I was 20 years old to be good, but I failed for my mother, in her eyes, I broke her heart when I went to the arts…

 

Let the children go… accept it…

…this situation was bad… but she is happy now until not so long ago she felt I had to do a serious work!

 

In Argentina you are wellknown…

… my work always finds a lot of interest…. It is a good atmosphere in Buenos Aires… yes, I always felt very comfortable working and producing in Buenos Aires… But the situation is chaotic, socially and economically, We have an inflation, and it’s very worrying…but what I rescue from all this …Argentina, what I like is that we have so much awareness of the community, everyone is so interested in political issues and what is happening around, so aware in schools, or you take a taxi, you get immediately in a conversation…

 

What will happen in the next future and to the people?

Something that is really bad is, when people do not care about the social situation, like in America, in the States, it’s so cold… Argentinians are very good fighters…

 

Nicola Costantino, thank you very much for the interview and all the best to you in the future and your works.

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