FRONTPAGE

«Ein Kaleidoskop vielfältiger Erzählkunst»

 

 

Dana Grigorjewa überraschte an den Klagenfurter Literaturtagen mit ihrem jetzt als Buch vorliegenden Roman «Das primäre Gefühl der Schuldlosigkeit». Petras Markaris setzt mit seinem Athener Kommissar Kostas Charitos «Zurück auf Start». Doris Dörrie sinniert über Schriftsteller als «Diebe und Vampire». Doris Stauffer: Eine Monografie. Dada & Co: Die DADA-Frauen. Emmy Hennings «Dada». Literarischer Frauenkalender 2016.

Dana Grigorceas Erzählung erschliesst sich in Retrospektiven und Reflexionen, spielt in Zürich und in Bukarest, der Heimatstadt der Autorin. Wegen eines Banküberfalls wird Victoria vom Dienst beurlaubt, um ihr traumatisches Erlebnis zu verarbeiten. Eben erst in ihre Heimatstadt zurückgekehrt, nutzt sie die Zeit, um das Bukarest ihrer Kindheit, aber auch der Gegenwart zu erkunden. Sie begegnet der alten Näherin auf ihrem Podest, dem Bankräuber, ihrem ehemaligen Liebhaber und dem Sohn der ermordeten Nachbarn wieder, während sie im heissesten Sommer seit Jahren im Cabrio durch die Stadt fährt mit ihrem Freund, der ihr einen Heiratsantrag macht. Das alles ist rasant und mitreissend erzählt mit wechselnden Schauplätzen und Perspektiven, einer Prise Wehmut, Humor und einem empathischen Gefühl für Menschen.

 

Dana Grigorjewa, geboren 1979 in Bukarest, studierte Deutsche und Niederländische Philologie in Bukarest und Brüssel. Mit einem Auszug aus dem vorliegenden Roman «Das primäre Gefühl der Schuldlosigkeit» wurde Dana Grigorcea in Klagenfurt beim Ingeborg Bachmann-­Wettbewerb 2015 mit dem 3sat-­Preis ausgezeichnet. Ihr Erstling «Baba Rada. Das Leben ist vergänglich wie die Kopfhaare» wird im Dörlemann Verlag im Oktober 2015 neu erscheinen. Nach Jahren in Deutschland und Österreich lebt sie mit Mann und Kindern in Zürich.

 

 

Dana Grigorcea
Das primäre Gefühl der Schuldlosigkeit
Roman
Dörlemann Verlag 2015
264 S.,. geb,. Leseband
CHF 30. € [D] 22. € [A] 22.60

ISBN 9783038200215

Auch als eBook erhältlich
ISBN eBook 9783038209218
€ 16.99. CHF 21.

 

 

 

«Petros Markaris: Zurück auf Start»

 

Griechenlands Premier Tsipras ist nach seinem Rücktritt wiedergewählt worden. Von einem Durchbruch im Schuldenstreit ist man zwar immer noch weit entfernt, doch gab es deutliche Signale der Entspannung zwischen der EU und Griechenland. Der griechische Schriftsteller Petros Markaris widmet sich in seinen Krimis um den schrulligen Kommissar Kostas Charitos immer wieder der gesellschaftlichen Lage in seiner Heimat.

 

Warum geht es in Griechenland nicht endlich aufwärts? Die unbekannte Gruppierung »Griechen der fünfziger Jahre« glaubt die Schuldigen zu kennen. Aber geht die jüngste Mordserie wirklich auf ihr Konto? Kommissar Charitos ermittelt im Chaos der Stadt Athen, wo der labile soziale Frieden von radikalen Splittergruppen gefährdet wird, nicht zuletzt auch von der »Goldenen Morgenröte«.

Der Deutschgrieche Andreas Makridis wird erhängt in seiner Athener Wohnung aufgefunden. Kurz darauf behauptet ein Schreiben, es handle sich um Mord. Unterzeichnet: »Die Griechen der fünfziger Jahre«. Was wie ein schlechter Scherz aussieht, ist blutiger Ernst: Weitere Tote folgen. Wer verbirgt sich hinter dieser ominösen Gruppierung? Verrückte alte Leute, die eine Rückbesinnung auf die Werte von damals fordern? Der neue Fall führt Kostas Charitos kreuz und quer durch eine Stadt, die von Tag zu Tag gefährlicher wird. Das muss der Kommissar auch privat erfahren: Seine Tochter Katerina wird von einem Neonazi der »Goldenen Morgenröte« zusammengeschlagen – mitten im Zentrum, am helllichten Tag.

 

Petros Markaris, geboren 1937 in Istanbul, ist Verfasser von Theaterstücken und Schöpfer einer Fernsehserie, er war Co-Autor von Theo Angelopoulos und hat deutsche Dramatiker wie Brecht und Goethe ins Griechische übertragen. Mit dem Schreiben von Kriminalromanen begann er erst Mitte der neunziger Jahre und wurde damit international erfolgreich. Er hat zahlreiche europäische Preise gewonnen, den Raymond Chandler Award 2011, den Fregene Prize 2012, den Premi Pepe Carvalho 2012 sowie den Prix du Polar européen 2013. Petros Markaris lebt in Athen.

 

 

Petros Markaris
Zurück auf Start
Ein Fall für Kostas Charitos
Aus dem Neugriechischen
von Michaela Prinzinger
Roman,
Diogenes Verlag 2015
CHF 27. € (D) 20.99. (A) 20.99

ISBN 978-3-257-60460-3
Auch als eBook erhältlich

 

 

 

«Doris Dörrie:
 Diebe und Vampire»

 

Sie lernen sich in Mexiko am Strand kennen und treffen sich nachher in San Francisco: Alice, eine junge deutsche Studentin, und die dreißig Jahre ältere Amerikanerin, die Alice insgeheim »die Meisterin« nennt. Denn sie ist alles, was Alice gerne wäre. Elegant. Selbstbewusst. Souverän mit Männern. Und vor allem: eine Schriftstellerin. Ein berührender Roman über die Vorbilder, die wir wählen – und was das Leben aus ihnen und uns macht.

 

Sie lernen sich in Mexiko am Strand kennen: Alice, eine etwas verlorene junge Deutsche, die mit ihrem verheirateten Geliebten dort Urlaub macht. Und die dreißig Jahre ältere Amerikanerin, die Alice insgeheim »die Meisterin« nennt. Denn sie ist alles, was Alice gerne wäre. Elegant. Selbstbewusst. Souverän im Umgang mit Männern. Und vor allem – eine Schriftstellerin. Um der Meisterin aufzufallen, muss sich Alice etwas einfallen lassen. Eine Geschichte zum Beispiel. Und es funktioniert. Aber ganz anders, als Alice sich das in ihrer blühenden Phantasie ausgemalt hat. Dabei hat die Meisterin sie eigentlich gewarnt: «Schriftsteller saugen dich aus, sie sind nichts als Diebe und Vampire».

 

 

Doris Dörrie, geboren in Hannover, studierte Theater und Schauspiel in Kalifornien und in New York, entschloss sich dann aber, lieber Regie zu führen. ›Männer‹, ihr dritter Kinofilm, wurde ein Welterfolg. Parallel zu ihrer Filmarbeit (zuletzt der Dokumentarfilm ›Dieses schöne Scheißleben‹ über weibliche Mariachi in Mexiko, 2014) veröffentlicht sie Kurzgeschichten, Romane und Kinderbücher. Seit einigen Jahren hat sich Doris Dörrie auch als Opernregisseurin einen Namen gemacht. Sie lebt in München.

 

 

Doris Dörrie
Diebe und Vampire
Roman

Diogenes Verlag 2015

CHF 26. € (D) 19.99. (A) 19.99

ISBN 978-3-257-60454-2
Auch als E-Book erhältlich

 

 

«Doris Stauffer – Eine Monografie»

 

Eine Monografie zu Leben, Schaffen und Wirken von Doris Stauffer (*1934), der Pionierin der experimentellen Kunstausbildung in der Schweiz. Dada-Frauen: Dada gilt als eine der ersten Kunstrichtungen, in der Frauen als eigenständige Kunstschaffende von einem breiteren Publikum überhaupt wahrgenommen wurden. Emmy Hennings, Gründungsmitglied der Zürcher Dada-Bewegung trat als Dichterin, Kabarettistin und Tänzerin auf.

 

Die Künstlerin und Mitbegründerin der Zürcher Frauenbefreiungsbewegung FBB Doris Stauffer (*1934) gründete in den 1970er-Jahren die einflussreiche F+F-Schule für experimentelle Gestaltung. Mit unkonventionellen Unterrichtsformaten wie dem «Teamwork» und dem von ihr gegründeten «Hexenkurs» setzte sie in der Kunstausbildung und im Feminismus neue Massstäbe. Bis heute trägt Doris Stauffer als Kolumnenschreiberin und Kunstvermittlerin zu aktuellen Debatten bei. Die Monografie macht die Wirkungsfelder Doris Stauffers sichtbar: Neben einer Übersicht über ihre Fotografien, Kunstwerke und Aktionen werden auch Bilder, Dokumente und Texte aus ihrer Vermittlungstätigkeit gezeigt, begleitet von Essays, die Stauffers Wirken zeitlich, politisch und kunsthistorisch verorten.

 

 

 

Doris Stauffer

Eine Monographie
Herausgegeben von Simone Koller und Mara Züst.
Mit Beiträgen von Doris Stauffer, Michael Hiltbrunner,
Andrea Thal, Kay Turner und Mara Züst

Scheidegger & Spiess 2015
Geb. (Flexicover), 212 Seiten, 188 farbige und 129 sw Abbildungen
23 x 30 cm

CHF 49. € 48
ISBN 978-3-85881-445-6

 

 

«DADA : Wie Frauen Dada prägten»

 

Dada gilt als eine der ersten Kunstrichtungen, in der Frauen als eigenständige Kunstschaffende von einem breiteren Publikum überhaupt wahrgenommen wurden. Dennoch sind nur wenige der damals künstlerisch tätigen Frauen heute noch bekannt. Die Meisterin der Fotomontage Hannah Höch, die abstrakte Künstlerin Sophie Taeuber-Arp, die Malerin Suzanne Duchamp, die Dichterin Emmy Hennings, die Stummfilmdiva Musidora, die Tänzerin Valeska Gert – sie und viele weitere Künstlerinnen wirkten bei Dada mit.

 

 

Erstmals wird in diesem Buch der Beitrag der Frauen an Dada umfassend und in seiner ganzen Vielfalt dargestellt. Es porträtiert die Malerinnen, Literatinnen, Tänzerinnen, Musikerinnen, Verlegerinnen und Mäzeninnen, welche die avantgardistische Bewegung mitprägten. Am Beispiel einiger Künstlerinnen wie der Performerin Elsa von Freytag-Loringhoven, der Schriftstellerin Céline Arnauld oder der Malerin Angelika Hoerle macht das Buch deutlich, wie deren Werk das ihrer männlichen Kollegen beeinflusste. Nachgegangen wird auch der Frage, weshalb diese Frauen wieder in Vergessenheit gerieten, während Dada – und viele der männlichen Künstler – als Begriff und als Kunstbewegung bis heute allgegenwärtig blieb. Ein wichtiger neuer Beitrag zu Dada: Bemerkenswerte Einblicke in bisher kaum bekannte weibliche Lebensentwürfe des frühen 20. Jahrhunderts.

 

 

Die DADA-Frauen
Herausgegeben von Ina Boesch.

Mit Beiträgen von Ina Boesch, Ralf Burmeister, Irene Gammel,

Ruth Hemus, Sabine T. Kriebel und Walburga Krupp

Scheidegger & Spiess 2015
Geb., 164 Seiten, 11 farbige und 46 sw Abbildungen
18.5 x 24.5 cm

CHF 29. € 29
ISBN 978-3-85881-453-1

 

 

«Emmy Hennings: Ich lebe im – Vielleicht. Ich bin die grosse Frage»

 

Diese Zeilen schrieb Emmy Hennings 1917 aus dem Gefängnis. Die deutsche Künstlerin Emmy Hennings (1885–1948) war eine zentrale Gründungsfigur der Zürcher Dada-Bewegung und eine schillernde Persönlichkeit: Sie trat als Dichterin, Kabarettistin und Tänzerin auf.

 

Mit Hugo Ball eröffnete sie 1916 an der Zürcher Spiegelgasse das Cabaret Voltaire, an dem sich Hans Arp, Tristan Tzara, Richard Huelsenbeck, Marcel Janco und andere beteiligten. Von da aus begann Dada seinen internationalen Siegeszug und entwickelte sich zu einer der einflussreichsten Kunstbewegung des 20. Jahrhunderts.

Dieser neue Band präsentiert Hennings’ vielschichtigen Beitrag zu Dada mit einer bislang einmaligen Fülle an literarischen Texten, Dokumenten, Bildern und Fotografien. Erstmals werden ihre unveröffentlichten Manuskripte aus der Dada-Zeit vollständig abgedruckt. Zeugnisse von Zeitgenossen wie Julio Álvarez del Vayo, Hans Arp, Leonhard Frank, Ferdinand Hardekopf, Richard Huelsenbeck, Suzanne Perrottet oder Tristan Tzara erschliessen Emmy Hennings’ Bedeutung für die Zürcher Dada-Bewegung.
Und eine biografische Zusammenstellung der Freunde und Dada-Mitstreiter zeigt ihre intensive lokale und internationale Vernetzung. Holzschnitte, Zeichnungen und Gemälde von Künstlern wie Hans Richter oder Reinhold Rudolf Junghanns sowie zahlreiche Porträtfotografien vermitteln schliesslich einen ganz neuen visuellen Eindruck von Hennings’ Selbstinszenierungen und ihrer Aura.

 

 

Emmy Hennings
Dada
Herausgegeben von Christa Baumberger und Nicola Bohrmann
Scheidegger & Spiess 2015
Geb., 236 Seiten, 82 farbige und 3 sw Abbildungen
22 x 28 cm

CHF 49. € 48
ISBN 978-3-85881-472-2

 

Brigitte Ebersbach

Literarischer Frauenkalender 2016

Die wilden 20er Jahre

In allen europäischen und amerikanischen Metropolen entstand in den 20er- und 30er-Jahren des vorigen Jahrhunderts eine lebendige weibliche Kulturszene, die die Kunst und Literatur, Musik und Philosophie ihrer Zeit maßgeblich mit beeinflusst hat.

 

Der literarische Kalender zeigt in Wort und Bild diese pulsierende Epoche und die kreativen und mutigen Frauen – Schriftstellerinnen, Fotografinnen, Malerinnen, Sängerinnen, Tänzerinnen, Verlegerinnen, Buchhändlerinnen, Salonièren –, die zu neuen Ufern aufgebrochen sind und ihr Leben selbst gestaltet haben, wie u.a. Djuna Barnes, Erika Mann, Gisèle Freund, Leonore Carrington, Josephine Baker, Anita Berber, Marlene Dietrich, Margaret Anderson, Sylvia Beach, Adrienne Monier, Gertrude Stein. Der vorliegende Kalender erscheint zum 25-jährigen Verlagsjubiläum.

 

 

Frauenkalender 2016
vierfarbig. Einband Spiralbindung
32 x 24, 56 Seiten
22,00 € [D]

978-3-86915-103-8

www.ebersbach-simon.de

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