FRONTPAGE

«Kultursommer an der Côte d’Azur: Nizza, Antibes, Sanary- sur-Mer»

Von Ingrid Isermann

 

Nizza ist der ideale Ausgangspunkt für die Erkundung der Côte d’Azur. Die elegante Stadt an der Meeresbucht Baie des Anges mit ihrer palmenumsäumten Promenade des Anglais ist ein Sehnsuchtsort… glamourös wie eh und je präsentiert sich das sonnenverwöhnte Nizza, zur l’heure bleue neigt sich der Himmel zur azurblauen Küste …
Die Côte d’Azur feiert die Kunst diesen Sommer mit diversen Ausstellungen: «L’Art contemporain et la Côte d’Azur – un territoire pour l’expérimentation 1951- 2011».
Antibes-Juan-les-Pins: die historische Altstadt, der weisse Strand, das berühmte Picasso-Museum, der bunte Marché laden zur Entdeckung ein! Sanary-sur-Mer ist als Zufluchtsort für Schriftsteller wie Thomas Mann, Bertolt Brecht oder Lion Feuchtwanger bekannt. Der packenden Geschichte berühmter Exilanten kann man auf Info-Tafeln folgen. Schiffsfahrten starten von hier aus zu den blauen Fjorden zwischen Cassis und Marseille oder auf die hohe See zum Whalewatching.

 

Es ist schon spätabends, als wir in Nizza eintreffen, der Himmel senkt sich über die blaue Bucht, die Lichter reihen sich auf wie auf einer Perlenkette, auf der Promenade des Anglais vor dem Belle Epoque-Grandhotel ‚Negrosco’ flanieren Verliebte, überall laden blaue Stühle und Pergolas zum Verweilen ein, ein paar Schritte geht’s hinunter ins Strandcafé ‚Beau Rivage’.

Es dauert einige Zeit, bis der junge Kellner uns bemerkt, und so lauschen wir den jazzigen Tönen des Saxophons und der rauchigen Stimme der Sängerin, die nostalgische Oldies wie ,My funny Valentine’oder ‚Smoke gets in your eyes’

ins Mikro haucht, während die laue Sommernacht die Côte d’Azur einhüllt und sich der Himmel mit dem Meer vereint.

Zu den berühmten Gästen des ‚Beau Rivage’ gehörte auch Malerlegende Henri Matisse, der in Nizza seine Bronchitis auskurierte und als Leitmotiv sagte:

 

 

„Ich träume von einer Kunst des Gleichgewichtes, ohne beunruhigende und sich aufdrängende Gegenstände, von einer Kunst, die für jeden Geistesarbeiter, für den Geschäftsmann so gut wie für den Literaten, ein Beruhigungsmittel ist.“

 

 

Am nächsten Morgen liegt das Meer blitzblankblau gebürstet vor uns und wir steigen mit unserem Guide Myriam in einen der Touristenzüge, die durch die verwinkelte malerische Altstadt mit barocken Palästen und Kirchen führen, über den Garibaldi-Platz der Arkaden und ockerfarbenen Fassaden, durch den Cours Saleya mit dem üppigen Blumen- und Gemüsemarkt, am

Kreuzfahrthafen mit einem Dutzend Kais vorbei auf den Schlossberg mit dem botanischem Park und traumhafter Panorama-Rundsicht über den Dächern von Nizza.

Vor uns liegt die Engelsbucht und das türkis- und azurblaue Meer: ist das nun das Yves-Klein-Blau?

 

 

„Über den Dächern von Nizza“ hiess der Klassiker-Kultfilm mit Grace Kelly und Cary Grant aus den 50er-Jahren, die Fifties sind auch wieder da, mit Vintage-Mode, Möbeln und Songs …

Nizza und die Côte d’Azur feiern die Kunst mit diversen Ausstellungen.

„L’Art contemporain et la Côte d’Azur – un territoire pour l’expérimentation 1951-2011. En 7 Balades Curieuses.“

 

 

1997 wurde die erste Kooperation mit etwa fünfzig Institutionen und diversen Ausstellungen zum Thema  «La Côte d’Azur et la mondernité 1918-1958» durchgeführt. Nun wird diese Aktion vom Juni bis November 2011 an zahlreichen Orten der Côte d’Azur wiederholt.

Von Antibes bis Vence, von Cannes bis Mouans-Sartoux, von Mougins bis Nizza, von Grasse bis Vallauris werden Kunstwerke von über 300 Künstlern gezeigt, vom Nouveau Réalisme über Fluxus zum Support/Surface, der ‚Schule von Nizza’.

 

 

Seit den 50er-Jahren bilden Nizza und  Umgebung ein kreatives Laboratorium: sechs Dekaden an der Côte d’Azur – für manche Kunstschaffende war es der Schlüssel zu künstlerischem Potential.

 


Das Musée d’Art Moderne et d’Art Contemporain, MAMAC, zeigt: ‚La Couleur en avant’.

 

 

Das MAMAC fokussiert in dieser Ausstellung auf die Farbenwahl der Künstler als wesentliches Element der Werke. Die farbliche Palette der Landschaft der Côte d’Azur hatte einen wichtigen Einfluss auf die Arbeiten vieler Künstler.

 

 

Die Auswahl der Werke erfolgte nach den Prämissen der Farbe als Ausdruck und Expression von Emotionen, der Farbe als lebendiger Lifestyle und der Farbe als  Indikator von Spiritualität. In den ausgestellten Werken wird die Farbe, unabhängig von Linien und Konturen, selbst manifest, stellt Identität her und führt zur Abstraktion. Wir schlendern durch die umfangreiche Ausstellung und entdecken neben unbekannten auch bekannte Namen wie: Raoul Dufy, Henri Matisse, Pablo Picasso, Marc Chagall, Fernand Léger, Max Ernst, Hans Hartung, Ellsworth Kelly, Yves Klein, Gottfried Honegger, Niki di Saint Phalle, César, Adrian Schiesswww.mamac-nice.org.

(Ausstellung 25. Juni – 27. November 2011, Di-So 10h – 18h).

 

Einen Besuch lohnen auch das Matisse Museum, www.musee-matisse-nice.org und das Marc Chagall National Museum,www.musee-chagall.fr.

 

 

Infos

 

Nizza ist die fünftgrösste Stadt Frankreichs, 50 Prozent der etwa 350.000 Einwohner sind unter 40 Jahren. Nizza hat 10 km Küste, davon 7.5 km Strände sowie 300 Hektar Grünflächen auf 7,2 Hektar Land. Mehr als 10 Millionen Passagiere wurden 2010 im internationalen Flughafen Nizza empfangen.

 

Villa Rivoli, 10, rue de Rivoli, 0600 Nice

Tel. +33 (0)4 93 88 80 25 – Fax +33 (0)4 93 88 96 28.www.villa-rivoli.com. Man spricht deutsch.

 

Beau Rivage Plage, 107, quai des Etats-Unis, 06000 Nice, Tel. +33 (0)4 92 00 46 81 www.plagenicebeaurivage.com

Office de Tourisme de Nice, 5, Promenade des Anglais, 06000 Nice. www.nicetourism.com

Veranstaltungen: www.nice.fr

www.cotedazur-en-fetes.com

Flughafen Nizza: www.nice.aeroport.fr

TGV, Train –Corail: www.sncf.fr

Nice Cycles Tours, www.nice-cycletours.com

 

Opéra

4-6 rue Saint François de Paule

T: +33 (0)4 92 17 40 70

www.opera-nice.org

 

Théâtre National de Nice

Promenade des Arts

www.tnn.fr

 

 

Antibes, Picasso & Co.

 

Antibes Juan-les-Pins, zwischen Nizza und Cannes gelegen, begeisterte seit jeher Künstler wie Monet, Picasso, Prévert, Nicolas de Staël oder Graham Greene.

Die Amerikaner haben Antibes schon in den Roaring Twenties, den 20er-Jahren, entdeckt. F. Scott Fitzgerald hat die Côte d’Azur in „Zärtlich ist die Nacht“ verewigt.

Die herrlichen Sandstrände, die malerischen Gassen und der tägliche, morgendliche provenzalische Markt üben eine ungebrochene Anziehungskraft aus.

Antibes verfügt auch über den grössten Yachthafen, Port Vauban, und Businesshafen Europas. Doch Antibes ist vor allem auch eine Stadt der Künste, die Maler des Lichts «Les Peintres de la Côte d’Azur », sind auf einer Kunstwanderung zu entdecken.

 

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Im Marché am Cours Masséna, der täglich provenzalische Köstlichkeiten und Spezialitäten anbietet, flanieren wir durch die Reihen der Verkaufsstände mit duftenden Gewürzen der Provence, frischem Lavendel in Säckchen oder Sträussen, einheimischem Käse und verlockenden Fleisch- und Wurstwaren, reifen Früchten, spritzigen Weinen, alles, was die Provence hergibt … und für einen kleinen Schwatz unter dem schützenden Dach hat man hier natürlich immer Zeit. Ein Fest der Düfte und Akzente!

 

 

 

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Nicht weit entfernt liegt an erhöhter Lage das Château Grimaldi mit dem Musée Picasso und wunderbarem Ausblick über das Meer. Das Museum wurde 2009 neu eröffnet, und unser Guide Lucy, eine Engländerin, die perfekt französisch und auch gut Deutsch spricht, führt uns durch die Räume und die umfangreiche Sammlung. Über fünfzig der 1946 im Schloss Grimaldi von Picasso geschaffenen Werke stellen den Mittelpunkt der Sammlung dar. Diese neue Einbindung der Werke des Künstlers in eine erweiterte, historische Perspektive, von der unmittelbaren Nachkriegszeit bis zum Ende der 40er-Jahre ermöglicht es, die ‚Picassos von Antibes’ in eine reichhaltige Chronologie während dieser glücklichen Jahren einzuordnen, von welchen das Gemälde ‚La Joie de Vivre’ (‚Die Lebensfreude’) eine Art Emblem darstellt. 1946 liess sich Pablo Picasso mit Françoise Gilot in Antibes nieder. Picasso starb 92-jährig 1973 in Mougins (siehe Musée de la Photographie in Mougins).

 

 

Sehenswert sind auch die Werke von Nicolas de Staël, Hans Hartung oder Anna-Eva Bergman. Dazu gesellt sich eine umfangreiche Sammlung moderner Kunstwerke und eine Skulpturen-Sammlung auf der Terrasse des Schlossplatzes, u.a. von Juan Miro.

 

 

Ein Höhepunkt sind die Besichtigungen der Maler in Antibes: „Die Côte d’Azur der Maler“. Wir entdecken Antibes durch den Blick und den Standort der verschiedenen Künstler, die hier gelebt oder sich hier aufgehalten und Antibes und die Umgebung gemalt haben. Wo die Originale entstanden, ist eine Tafel mit dem Bild angebracht, um den Spuren der Künstler und ihrer Begeisterung für das Licht des Südens und die magischen Farben der Côte d’Azur zu folgen und nachzuvollziehen.

cecile.you@antibesjuanlespins.com, (jeden Freitagvormittag um 10 Uhr vor dem Verkehrsamt).

 

 

Ausser dem Picasso-Museum gibt es inAntibes das Archäologische Museum, das Museum Peynet, das Napoleon-Museum, das Musée de la Tour für Geschichte und Traditionen, das Fort Carré, das Ansichtskarten-Museum und die städtische Galerie Bains-Douches.

Tourist Office Department, 11, Place de Gaulle, 06601 Antibes,

www.antibesjuanlespins.com

 

 

Infos

 

Antibes (70.000 Einwohner) wurde von den Griechen als Handelsniederlassung ‚Antipolis’ gegründet und über die Jahrhunderte eindrucksvoll befestigt, im 17. Jahrhundert der Haupthafen und das Fort Carré, in dem Napoleon wohnte und zeitweilig festgehalten wurde.

Zu den Sehenswürdigkeiten zählen die Türme (12. Jh.) der Kirche und das Grimaldi-Schloss auf dem Gelände des antiken Antipolis.

Die Villa Eden Roc gehörte einst einem Ex-Gouverneur von Niederländisch-Indien. Mittwochs ist der Park geöffnet. Das Hôtel du Cap-Eden Roc ist eine der weltbesten

Luxusherbergen.

 

Château Grimaldi, Musée Picasso, Place Mariejol, 06600 Antibes, Tel. +33 (0)4 92 90 54 20

lucy.howard@antibesjuanlespins.com

 

Restaurant La Forge, 10, rue Aubernon, 06600 Antibes

(neben provenzalischem Markt)

www.laforge-antibes.com

 

Hôtel La Place, 1 avenue du 24 âout, 06600 Antibes,

www.la-place-hotel.com

www.antibesjuanlespins.com

Hôtel du Cap Eden Roc, www.hotel-du-cap-eden-roc.com

 

Les Pêcheurs (Michelin* seit 2009) – Cap d’Antibes

 

Beach Hotel*****. www.lespecheurs-juan.com. 1954 eröffnet, wurde diese Adresse zum must für Stars. 2003 wurde das Hotel von der Familie Ferrante übernommen und renoviert.

 

 

Sanary-sur-Mer – Schiffsausflüge zu den Walen

 

Nach Sanary gelangt man entweder über die Autobahn oder die Küstenstrasse entlang über Cannes, St. Tropez und Toulon. Wir machen einen Zwischenhalt in den mondänen Hochburgen der Côte d’Azur. Das Filmfestival Cannes (69.000 Einwohner) ist jedes Jahr Mitte Mai Treffpunkt der Filmstars und Sternchen, der Boulevard de Croisette und das ‚Carlton’ sind zu dieser Zeit fest in den Händen des Festivals.

 

St. Tropez (6.000 Einwohner) lebt vom Mythos vergangener Jahrzehnte, doch der Mythos lebt! Die  pastellfarbene Barockkirche ‚Eglise de St. Tropez’ aus dem 19. Jh.  überragt unverwechselbar den malerischen Hafen und den Golf von St. Tropez und ist als Wahrzeichen von weitem sichtbar. Die Yachten, direkt am Vieux Port sind hier am luxuriösesten und werden gebührend bewundert. Das Städtchen wird von Malern am Quai verewigt und man kann es als Aquarell oder Ölbild mit nachhause nehmen.

 

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Nach den Abstechern geht es nach Sanary-sur-Mer (17.000 Einwohner) zuerst auf den provenzalischen Markt, der nebst Früchten, Gemüsen und Meeresfrüchten auch Antiquitäten, Gemälde, Trödel und allerlei Kuriositäten feilbietet, wo man fündig werden kann. Weiter gehts zum pittoresken Hafen mit den bunten Fischerbooten, am Quai wird gerade eine Ladung Meeresfrüchte gelöscht, und entlang der Promenade bieten überall Maler ihre Kunstwerke mit Sujets von Sanary an.

 

 

Später sind wir mit Christophe Müssgens verabredet, der uns zu seinem Mas ‚Le Jujubier’ führt. Der Bündner lebt seit den 90er-Jahren in Sanary-sur-Mer und beherbergt die Gäste in seiner ‚Chambres d’hôtes’, von denen es in Frankreich eine grosse Anzahl gibt, sodass man auch ohne Reservationen losfahren kann, irgendwo in der Landschaft trifft man immer auf  ‚Chambres d’hôtes’. Es gibt hierzu auch eine französische Guides, die weiterhelfen.

 

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‚Le Jujubier’ in provenzalischem Stil mit gepflegtem Ambiente ist sehr schön in den Hügeln von Sanary gelegen, mit rebenumrankter Terrasse, exotischem Garten, Lavendel, Feigenbäumen, Zypressen, Olivenbäumen, Palmen, einem beheizten Swimmingpool und bequemen Liegen. Côte d’Azur-Feeling!

Der Hausherr erzählt gerne aus seinem interessanten und abwechslungsreichen Leben, von fünfzehn Jahren in den States,

gibt einige Anekdoten zum besten, und man fühlt sich wunderbar aufgehoben. Seinen Bündner Dialekt hat er nicht verloren, und die Gastfreundschaft ist selbstredend exzellent. Mit Christophe machen wir nach einem Ausflug auf die Hügel und den Aussichtspunkt von Sanary, ‚Le gros Cerveau’ (Das Grosse Hirn), einen abendlichen  Spaziergang durch das belebte Sanary-sur-Mer. Der hübsche Hafen ist voller Segelboote und kleiner Schiffe. Es sind viele Passanten unterwegs in den Gassen und die Strassencafés sind gut besetzt. Wir genehmigen uns einen Prosecco und betrachten das fröhliche Treiben.

 

 

Das gegenüberliegende ‚Hôtel de la Tour’ wurde zum Refugium für Emigranten, die sich vor Nazi-Schergen versteckt hielten. Der Memoirenweg der berühmten Schriftsteller und Künstler erinnert an die dunkle Zeit während des Zweiten Weltkrieges. Auch Franz Werfel und seine Frau Alma Mahler-Werfel weilten in Sanary-sur-Mer und konnten im September 1940 mithilfe des Amerikaners Varian Fry mit Heinrich, Nelly und Golo Mann noch über die Pyrenäen nach Lissabon fliehen, wo sie sich nach New York einschifften.

 

 

Von Sanary-sur-Mer aus starten jeden Sonntag von Juni bis November Schiffsfahrten in die blauen Felsbuchten nach Marseille  oder zur Besichtigung der Wale und Delphine auf hoher See.

 

 

Infos

 

Le Jujubier, 753, Chemin de Beaucours, 83110 Sanary-sur-Mer,

Tel. +33 498 00 26 20. Fax +33 (0)4 98 00 06 29. Mobile +33 616 25 8957. 5 Gästezimmer, eine 2 ½-Zimmer-Wohnung. Alle Zimmer mit Bad oder Dusche, Telefon mit Modemanschluss und TV.  www.lejujubier.com

L’Esplanade, Restaurant au Bord de l’Eau, 83110 Sanary,www.restaurant-esplanade.fr

 

Auf den Spuren der deutschen und österreichischen Exilanten in Sanary-sur-Mer

 

1933-1945, herausgegeben von der Stadt Sanary-sur-Mer, Texte französisch/deutsch/englisch, div. Abbildungen, 2004. ISBN 2-9506 150-2-3.

 

www.decouverteduvivant.fr

Abfahrt jeden Sonntag von Juni bis November ab Sanary-sur-Mer, Delphin- und Wale-Besichtigungen

 

www.sanarysurmer.com

www.cannes.com

www.ot-saint-tropez.com

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